Trockenfutter für Katzen, neben einem Maßband abgemessen

Wie viel Trockenfutter braucht Ihre Katze?

Diese Frage stellt man sich bei jedem neuen Beutel Trockenfutter, und die Antwort auf der Rückseite reicht fast nie aus. Sie liefert einen groben Richtwert, berechnet für eine Durchschnittskatze, die es gar nicht gibt. Ihre Katze dagegen hat ein Gewicht, ein Alter, ein Aktivitätsniveau und eine Lebensweise, die alles verändern.

Die Tabelle auf dem Beutel: ein Ausgangspunkt

Die Herstellerangaben sind ein guter Anfang, haben aber eine bekannte Schwäche: Sie fallen eher großzügig aus. Sie sind für eine aktive, oft nicht kastrierte Katze gedacht. Die große Mehrheit der Hauskatzen lebt jedoch drinnen und ist kastriert. Beides senkt ihren Bedarf deutlich.

Halten Sie sich in der ersten Woche an die Tabelle und passen Sie die Menge dann an. Schauen Sie dabei auf Ihre Katze, nicht auf den Beutel.

Die vier Faktoren, die die Tagesration verändern

Das Idealgewicht, nicht das aktuelle Gewicht. Das ist der häufigste Fehler. Ist Ihre Katze bereits übergewichtig und füttern Sie nach ihrem aktuellen Gewicht, bleibt das Übergewicht bestehen. Gerechnet wird immer mit dem Gewicht, das sie haben sollte.

Die Kastration. Eine kastrierte Katze braucht etwa 20 bis 30 % weniger Energie, ihr Appetit nimmt dagegen eher zu. In dieser Phase legen die meisten Katzen an Gewicht zu.

Die Aktivität. Eine Wohnungskatze, die sechzehn Stunden am Tag schläft, verbraucht nicht so viel wie eine Katze, die draußen auf die Jagd geht.

Die Energiedichte des Trockenfutters. Marke ist nicht gleich Marke: Manche liefern 350 Kilokalorien pro 100 Gramm, andere über 400. Die gleiche Menge liefert also nicht gleich viel Energie.

Ein Richtwert zur Orientierung

Bei einer erwachsenen, kastrierten Wohnungskatze mit 4 kg Idealgewicht liegt der Bedarf bei etwa 200 Kilokalorien pro Tag. Mit herkömmlichem Trockenfutter sind das rund fünfzig Gramm.

Das ist oft deutlich weniger, als man denkt. Fünfzig Gramm sind ein kleines Häufchen am Boden des Napfes, kein voller Napf.

Dieser Wert dient nur der Orientierung: Ihr Tierarzt kann den Bedarf Ihrer Katze anhand ihres Gewichts und ihres Körperzustands genau berechnen.

Wiegen statt nach Augenmaß dosieren

Der Messbecher, der dem Beutel beiliegt, ist sehr ungenau: Je nachdem, ob man ihn glatt gestrichen oder gehäuft füllt, kann die Ration von Tag zu Tag stark schwanken. Über einen Monat reichen diese kleinen Abweichungen schon aus, damit Ihre Katze zunimmt.

Die Lösung kostet zehn Euro: eine Küchenwaage. Wiegen Sie die Tagesration einmal morgens ab, teilen Sie sie auf, und Sie wissen genau, was Ihre Katze frisst.

Über den Tag verteilen

Katzen sind darauf ausgelegt, oft kleine Mengen zu fressen. Es ist besser, die Tagesration auf mehrere Mahlzeiten aufzuteilen, als den Napf einmal zu füllen. Den richtigen Rhythmus je nach Alter erklären wir ausführlich hier: Wie viele Mahlzeiten am Tag braucht eine Katze?

Ein ständig voller Napf zur freien Verfügung funktioniert bei manchen Katzen, die ihre Menge selbst regulieren. Bei den meisten Wohnungskatzen führt er geradewegs ins Übergewicht.

Vergessen Sie die Leckerlis nicht

Sie zählen zur Tagesration. Als allgemeine Regel gilt: nicht mehr als 10 % der täglichen Energiezufuhr. Alles darüber bringt die Ernährung aus dem Gleichgewicht und liefert zusätzliche Kalorien, die man beim Zählen gern vergisst.

Woran Sie erkennen, ob die Ration stimmt

Der beste Indikator ist nicht der Napf, sondern die Katze. Wiegen Sie sie einmal im Monat, immer unter denselben Bedingungen, und achten Sie auf ihre Figur. Nimmt sie zu, reduzieren Sie die Menge leicht. Nimmt sie ohne erkennbaren Grund ab, lassen Sie sie tierärztlich untersuchen. Wie Sie die Figur Ihrer Katze richtig einschätzen, lesen Sie hier: Ist meine Katze zu dick?


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