Getigerte Katze und Beagle entdecken gemeinsam die PawCam Feeder, Zusammenleben von Tieren

Neues Haustier: So machen Sie es mit Ihrem bisherigen Tier bekannt

Man stellt sich die Szene so vor: Der Neuankömmling wird mitten ins Wohnzimmer gesetzt, die beiden beschnuppern sich, und alles läuft gut. Genau so fängt es in den meisten Fällen an, in denen das Zusammenleben scheitert. Ein Kennenlernen will vorbereitet sein, es dauert Wochen, und die Eile der ersten Stunden kann Sie Monate kosten.

Die Grundregel: Die Tiere sehen sich nicht sofort

Der Neuankömmling zieht zuerst in einen geschlossenen Raum, mit Katzenklo, Näpfen, einem Schlafplatz und Versteckmöglichkeiten. Dort bleibt er mehrere Tage, manchmal eine Woche.

Das ist keine Strafe. So viel Zeit braucht er, damit dieser Ort zu seinem eigenen wird. Und das Tier, das schon da ist, kann sich in dieser Zeit an den Geruch und die Geräusche eines Fremden gewöhnen, ohne sein Revier verteidigen zu müssen.

Der klassische Fehler: auf das Miauen hinter der Tür zu hören und nach zwei Stunden aufzumachen.

Erst Gerüche austauschen, dann Blicke

Vor allem bei Katzen läuft alles über den Geruchssinn. Bevor sie sich sehen, sollten sie sich am Geruch kennen.

Tauschen Sie ihre Schlafplätze aus, oder reiben Sie ein weiches Tuch sanft über die Wangen des einen Tieres und legen Sie es dann beim anderen ab. Wiederholen Sie das mehrere Tage lang, bis sich keiner mehr für das Tuch interessiert: Das ist das Zeichen, dass der Geruch alltäglich geworden ist.

Tauschen Sie auch die Räume: Lassen Sie den Neuen die Wohnung erkunden, während der Alteingesessene im geschlossenen Raum bleibt. So lernt jeder den Bereich des anderen kennen, ohne dass es zu einer Konfrontation kommt.

Fressen auf beiden Seiten der Tür

Das ist der wirksamste und zugleich einfachste Schritt. Stellen Sie die Näpfe auf beiden Seiten der geschlossenen Tür auf, jeweils etwa einen Meter von der Tür entfernt. Die Tiere fressen, hören sich, riechen sich und verbinden die Anwesenheit des anderen mit etwas Angenehmem.

Rücken Sie die Näpfe bei jeder Mahlzeit ein paar Zentimeter näher an die Tür. Wenn eines der Tiere nicht frisst, sind Sie zu schnell vorgegangen: Gehen Sie einen Schritt zurück und machen Sie von dort aus weiter.

Der erste Blickkontakt

Wenn die Mahlzeiten direkt an der Tür entspannt verlaufen, öffnen Sie die Tür einen Spalt von ein paar Zentimetern, oder bringen Sie ein Treppenschutzgitter für Babys an. Die Tiere sehen sich, können sich aber nicht erreichen.

Beim ersten Mal genügen ein paar Minuten. Beenden Sie die Begegnung immer, bevor die Stimmung kippt, niemals danach. Ein kurzes Fauchen ist normal; eine anhaltende Auseinandersetzung bedeutet, dass Sie einen Schritt übersprungen haben.

Die freie Begegnung

Öffnen Sie schließlich die Tür, bleiben Sie dabei und lassen Sie die beiden machen. Tragen Sie sie nicht zueinander, und zwingen Sie sie nie, sich zu beschnuppern. Achten Sie darauf, dass jedes Tier einen Fluchtweg und einen erhöhten Rückzugsort hat.

Bei Hunden findet die erste Begegnung idealerweise auf neutralem Boden statt, also draußen, bei einem gemeinsamen Spaziergang nebeneinander her, bevor es zu direktem Kontakt kommt. Das Revier spielt bei Hunden eine kleinere Rolle als bei Katzen, aber es spielt eine Rolle.

Ressourcen: Konfliktursache Nummer eins

Die meisten Streitereien, die Wochen später ausbrechen, haben nichts mit Abneigung zu tun: Sie entstehen, weil es an Ressourcen fehlt.

  • Katzenklos: eines mehr, als Katzen im Haushalt leben. Zwei Katzen, drei Katzenklos, an verschiedenen Orten.
  • Näpfe: getrennt und, wenn möglich, außer Sichtweite voneinander. Ausführlich behandeln wir das Thema in Wenn eine Katze aus dem Napf der anderen frisst.
  • Schlafplätze und erhöhte Plätze: Schaffen Sie möglichst viele davon. Eine Katze, die sich nicht zurückziehen kann, wird zu einer angespannten Katze.
  • Sie selbst. Nehmen Sie sich für jedes Tier einzeln Zeit, und in den ersten Wochen nach Möglichkeit mehr für das bisherige als für das neue.

Wie lange es dauert

Rechnen Sie mit zwei bis sechs Wochen bis zu einem entspannten Zusammenleben, und stellen Sie sich darauf ein, dass manche Katzen mehrere Monate brauchen. Zwei Hunde arrangieren sich oft schneller, zwei erwachsene kastrierte Katzen deutlich langsamer.

Das realistische Ziel ist keine Freundschaft, sondern höfliche Gleichgültigkeit: Die Tiere ignorieren sich, schlafen im selben Raum und gehen sich nicht gegenseitig an. Viele Haushalte bleiben jahrelang an diesem Punkt, und alles ist in Ordnung.

Wann Sie sich Sorgen machen sollten

Gehen Sie zum Tierarzt, wenn eines der Tiere länger als 24 Stunden nicht frisst, sich ständig versteckt, neben das Katzenklo uriniert oder wenn die Auseinandersetzungen Verletzungen hinterlassen. Bei Katzen ist es ein echter Notfall, wenn sie nicht mehr fressen: Nach 48 bis 72 Stunden droht eine schwere Schädigung der Leber.

Und wenn Sie in dieser Zeit zur Arbeit gehen, hilft ein kurzer Blick zwischendurch: So kommen Sie abends nicht nach Hause und fragen sich, was wohl passiert ist.


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