Giftige Pflanzen für Katzen: Die gefährlichsten im Haushalt und was Sie tun sollten
Teilen
Eine Katze, die an den Blättern des Ficus knabbert: ganz alltäglich. Sie tut es aus Langeweile, um ein Blatt zu jagen, das sich bewegt, oder einfach, weil sie Grünes und Knackiges mag. Die meisten Zimmerpflanzen schaden ihr nicht. Einige sind jedoch wirklich gefährlich, und eine davon ist ein absoluter Notfall: die Lilie.
Die Lilie: ein absoluter Notfall
Die Lilie (und ihre Verwandte, die Taglilie) ist die gefährlichste Pflanze für Katzen. Alles an ihr ist giftig: Blüten, Blätter, Stängel, Pollen und sogar das Wasser in der Vase. Schon ein paar Pollenkörner, die sich die Katze aus dem Fell leckt, können ein akutes Nierenversagen auslösen.
Die ersten Anzeichen sind unauffällig: Erbrechen, Mattigkeit, Appetitlosigkeit. Danach trinkt die Katze mehr und setzt mehr Urin ab, oder sie setzt im Gegenteil gar keinen Urin mehr ab. Wenn diese Anzeichen auftreten, sind die Nieren bereits geschädigt.
Die Regel ist einfach: Beim geringsten Verdacht sofort in die Tierarztpraxis, ohne auf Symptome zu warten. Je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind die Chancen. Und am sichersten ist es, gar keine Lilien im Haus zu haben, wenn Sie mit einer Katze zusammenleben, auch nicht in einem geschenkten Blumenstrauß.
Chrysanthemen: Vorsicht rund um Allerheiligen
Ende Oktober stehen Chrysanthemen überall, auf Balkonen ebenso wie in Hauseingängen. Bei Katzen verursachen sie vor allem Verdauungsbeschwerden (Erbrechen, Durchfall), Speichelfluss und manchmal Hautreizungen. Das ist selten ernst, aber ein Topf auf dem Boden, genau auf Nasenhöhe, ist keine gute Idee.
Dieffenbachie, Efeutute, Monstera, Philodendron: die Pflanzen „mit Kristallen“
Diese weit verbreiteten Grünpflanzen enthalten Calciumoxalat-Kristalle. Sobald die Katze in ein Blatt beißt, reizen diese winzigen Nadeln ihr Maul: starker Speichelfluss, Kopfschütteln, geschwollene Lippen oder Zunge, manchmal Erbrechen.
Weil der Schmerz sofort einsetzt, hört die Katze oft von selbst auf, und die Vergiftung verläuft meist harmlos. Gehen Sie ohne Zögern in die Tierarztpraxis, wenn das Maul stark anschwillt oder wenn sie Schwierigkeiten beim Schlucken oder Atmen hat.
Aloe vera, Alpenveilchen und Weihnachtsstern
- Aloe vera: Ihr Pflanzensaft verursacht Erbrechen, Durchfall und Mattigkeit.
- Das Alpenveilchen, im Herbst sehr beliebt: Giftig ist vor allem die Knolle, die Folge sind Verdauungsbeschwerden.
- Der Weihnachtsstern (Poinsettie): Er reizt vor allem Maul und Magen. Sein Ruf ist schlimmer als seine tatsächliche Giftigkeit, trotzdem stellen Sie ihn besser erhöht auf.
Diese Anzeichen sollten Sie alarmieren
- Ungewöhnlicher Speichelfluss, ständiges Lecken über die Lefzen.
- Erbrechen oder Durchfall.
- Futterverweigerung, Mattigkeit, Rückzug in ein Versteck.
- Geschwollenes Maul oder geschwollene Zunge.
- Verändertes Trinkverhalten oder veränderter Harnabsatz.
- Und die Hinweise rund um die Pflanze: angeknabberte Blätter, Pflanzenteile auf dem Boden, aufgewühlte Erde.
Was tun, wenn sie eine giftige Pflanze gefressen hat?
- Entfernen Sie die Pflanze und holen Sie Pflanzenreste aus ihrem Maul, wenn das geht, ohne dass Sie gebissen werden.
- Bringen Sie sie nicht selbst zum Erbrechen und geben Sie ihr weder Milch noch Hausmittel.
- Bestimmen Sie die Pflanze: Ein Foto oder das Etikett am Topf spart Zeit.
- Rufen Sie sofort Ihre Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst in Ihrer Nähe an. Bei einer Lilie fahren Sie direkt in die Tierarztpraxis.
Speichern Sie die Nummern Ihrer Tierarztpraxis und des tierärztlichen Notdienstes in Ihrer Nähe im Handy: Im Notfall zählt jede Minute.
Pflanzen, die Sie behalten können
Die gute Nachricht: Viele Zimmerpflanzen sind für Katzen ungefährlich. Dazu gehören die Grünlilie (Chlorophytum, trotz ihres Namens keine echte Lilie), die Calathea, die Goldfruchtpalme (Areca) und der Boston-Farn. Auch eine ungiftige Pflanze kann bei einer Katze Erbrechen auslösen, wenn sie viel davon frisst, allerdings ohne ernste Folgen.
Ihr bester Verbündeter bleibt ein Topf mit Katzengras (Gerste, Hafer oder Weizen zum Selbstziehen): Es gibt ihr etwas Grünes zum Kauen und lenkt sie oft von Ihren anderen Pflanzen ab.
Warum sie Ihre Pflanzen frisst und wie Sie sie davon abbringen
Eine Katze, die an Pflanzen knabbert, langweilt sich oft, vor allem wenn sie tagsüber allein ist. Je mehr Gelegenheiten sie zum Spielen und Jagen hat, desto weniger interessieren sie Ihre Pflanzen. Stellen Sie empfindliche Pflanzen erhöht auf oder hängen Sie sie auf, bieten Sie ihr Katzengras an und sorgen Sie für Abwechslung beim Spielen. Wir haben ausführlich beschrieben, wie Sie eine gelangweilte Katze beschäftigen, während Sie arbeiten, und was hilft, wenn sie allein zu Hause bleibt.
Wenn Sie sich fragen, was sie den ganzen Tag wirklich macht, zeigt Ihnen das eine Katzenkamera: Viele Halterinnen und Halter finden so heraus, wer an der Efeutute im Wohnzimmer knabbert. Wir erklären, was Sie mit einer Kamera wirklich sehen.
Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Rufen Sie im Zweifel Ihre Tierarztpraxis an.

