Labrador-Welpe schläft mit einem Kauspielzeug in seinem Körbchen, erste Wochen zu Hause

Der erste Welpe: 6 Fehler in den ersten Wochen

Die ersten Wochen mit einem Welpen prägen zu einem großen Teil, was für ein Hund er als Erwachsener wird. Man denkt dabei vor allem an Stubenreinheit und kurze Nächte, doch die Entscheidungen, die wirklich zählen, fallen woanders, und oft, ohne dass man es merkt.

1. Das Futter gleich nach der Ankunft umstellen

Das ist der häufigste Fehler und zugleich der am leichtesten vermeidbare. Sie haben ein besseres Trockenfutter ausgesucht als das vom Züchter, Sie wollen alles richtig machen, also stellen Sie am ersten Tag um. Das Ergebnis: Durchfall, bei einem Welpen, den der Umzug ohnehin schon geschwächt hat.

Füttern Sie mindestens eine Woche lang sein gewohntes Futter weiter und stellen Sie dann über sieben bis zehn Tage um: in den ersten Tagen ein Viertel neues Futter, dann die Hälfte, dann drei Viertel. Seine Verdauung kommt mit, und Sie ersparen sich einen Tierarztbesuch.

2. Das Sozialisierungsfenster verpassen

Zwischen 3 und 16 Wochen speichert der Welpe ab, was in seiner Welt normal ist. Was er in dieser Zeit kennenlernt, macht ihm später keine Angst. Was ihm nie begegnet ist, kann ihn sein Leben lang erschrecken.

Das ist ein biologisches Zeitfenster, und es schließt sich. Viele Halter warten mit dem Rausgehen, bis alle Impfungen abgeschlossen sind, und verlieren so die wertvollsten Wochen.

Es gibt eine Lösung: Tragen Sie ihn auf dem Arm oder setzen Sie ihn in eine Transporttasche. So lernt er die Straße, Autos, Kinder, andere Hunde, den Staubsauger und den Aufzug kennen, ohne die Pfoten auf den Boden zu setzen. Fragen Sie in Ihrer Tierarztpraxis, was dort passend zum Impfplan empfohlen wird.

3. Ihm beibringen, dass Fordern funktioniert

Der Welpe fiept, man kommt. Er kratzt an der Tür, man macht auf. Er bellt in seinem Körbchen, man holt ihn heraus. Innerhalb weniger Tage hat er etwas ganz Einfaches verstanden: Wer Lärm macht, holt die Menschen herbei.

Es geht nicht um Strenge. Seine Bedürfnisse müssen erfüllt werden: Ein acht Wochen alter Welpe kann sich nicht länger als zwei Stunden zurückhalten. Aber reagieren Sie, bevor er fordert, in einem Rhythmus, den Sie bestimmen, statt hinterher in seinem.

4. Das Alleinbleiben nicht vom ersten Tag an üben

Das ist der Fehler, der sich langfristig am stärksten rächt. Man nimmt eine Woche Urlaub, um ihn willkommen zu heißen, ist ständig bei ihm, und am Montagmorgen geht man wieder für acht Stunden zur Arbeit. Für den Welpen ist das nach sieben Tagen ununterbrochener Gesellschaft ein abruptes Verlassenwerden.

Lassen Sie ihn schon am ersten Tag ein paar Minuten allein, dann eine Viertelstunde, dann eine halbe Stunde. Steigern Sie die Dauer im Laufe der Woche schrittweise. Die vollständige Methode finden Sie in unserem Artikel Dem Welpen das Alleinbleiben beibringen.

Ein Welpe, der nie gelernt hat, allein zu sein, wird zu einem ängstlichen Hund, und Trennungsangst ist viel schwerer zu behandeln als zu verhindern: Mehr dazu lesen Sie hier.

5. Missgeschicke bei der Stubenreinheit bestrafen

Ein Welpe hat seine Blase erst nach mehreren Monaten unter Kontrolle. Als Faustregel gilt: eine Stunde Einhalten pro Lebensmonat. Mit drei Monaten also höchstens drei Stunden.

Ihn auszuschimpfen oder, schlimmer noch, seine Nase hineinzudrücken, bringt ihm nicht bei, wo er sein Geschäft machen soll. Er lernt dadurch nur, Angst vor Ihnen zu haben und sich dafür zu verstecken, also hinter das Sofa zu machen statt mitten ins Wohnzimmer.

Gehen Sie nach jeder Mahlzeit, jedem Nickerchen und jeder Spielrunde mit ihm hinaus. Und loben Sie ihn herzlich, wenn er draußen sein Geschäft macht. Er lernt durch Belohnung, nicht durch Strafe.

6. Den ersten Tierarztbesuch aufschieben

Er dient nicht nur den Impfungen. Dabei lassen sich ein Herzgeräusch, eine Fehlbildung oder Parasiten feststellen. Und vor allem ist es die Gelegenheit, einen Entwurmungsplan aufzustellen, denn Welpen werden häufiger entwurmt als erwachsene Hunde.

Vereinbaren Sie in den Tagen nach seiner Ankunft einen Termin, auch wenn alles in Ordnung ist. Sorgen Sie dafür, dass der Besuch angenehm verläuft: Leckerlis, Streicheleinheiten und möglichst nichts Unangenehmes. Ein Hund, der die Tierarztpraxis mit etwas Positivem verbindet, erleichtert Ihnen fünfzehn Jahre lang das Leben.

Worauf es wirklich ankommt

Kein Welpe wird perfekt erzogen, und das ist auch nicht schlimm. Aber zwei Dinge lassen sich kaum nachholen: das Sozialisierungsfenster und das Erlernen des Alleinbleibens.

Wenn Sie sich von den sechs Punkten oben nur zwei merken, dann diese beiden.


Auch lesenswert

Zurück zum Blog